Sachsen-Anhalt eine Reise wert
Das untere Saaletal mit seinen Felspartien ist reizvoll. Vorbei an der Peißnitzinsel und prächtigen Waldidyllen fahren Ausflugsdampfer. Die Weinstraße an Saale und Unstrut umfasst eines der kleinsten und nördlichsten Weinanbaugebiete Deutschlands. Hier wachsen an den sonnigen Hängen u.a. grüner Traminer und roter Portugieser. Den Lauf der beiden Flüsse begleiten die Burgen und Burgruinen Rudelsburg, Saaleck, Schönburg, Goseck, Neuenburg, Neuaugustusburg, Giebichenstein und Wettin.
Halle , eine der ältesten Städte im mitteldeutschen Raum, besitzt mit zwei mittelalterlichen Burgen, den Resten ausgedehnter Befestigungsanlagen, den wunderbaren Sakralbauten, schönen Bürgerhäusern, aber auch früheren Armenvierteln Zeugen seiner wechselvollen Geschichte. Die Hallesche Universität, die im Jahr 1694 gegründet wurde, machte die Stadt zu einem Mittelpunkt des deutschen Geisteslebens. Auch als Musikstadt errang sie Weltruf. 1685 wurde Georg Friedrich Händel hier geboren, die Händelfestspiele erinnern alljährlich daran. Die Moritzburg beherbergt 2000 Werke der deutschen Malerei und Grafik des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Sammlungen im Münzkabinett und die des Kunsthandwerks zählen zu den größten Deutschlands.
Sehenswert ist auch die auf einem unterirdischen Gangsystem aus dem Mittelalter erbaute Stadt Zeitz mit der romanischen Michaeliskirche. Im Weinanbaugebiet an Saale und Unstrut erlebt der Besucher eine einzigartige Landschaft der Widersprüche zwischen Industrieanlagen und unberührter Natur: die historischen Salinen und Gradierwerke von Bad Dürrenberg und Bad Kösen, Weingüter in Kloster Pforta-Bad Kösen und Freyburg mit Verkostungen der gebietstypischen trockenen Weine und vieles mehr. Für Aktivurlauber bietet der Saaleradwanderweg auf gut ausgebauten Strecken viel Abwechslung zwischen Natur, Kunstgeschichtlichem und Kulturellem.
Sachsener zu Wasser
Wer Sachsenanhalts „sanften Süden“ im Rhythmus des Paddelschlags bei einer Kanutour am „Blauen Band“ auf Saale oder Unstrut erkundet, gelangt mitten hinein in das Weinbaugebiet Saale-Unstrut. Seit mehr als 1000 Jahren wird im nördlichsten Weinbaugebiet Deutschlands Wein angebaut. Liebliche Weinhänge und rund 1000 Jahre alte trutzige Burgen sorgen für eine malerische Kulisse. Für die Rast an der Saale sollte man sich einen Landgang in Bad Kösen unterhalb der Rudelsburg vormerken. Nach kurzer Wanderung erreicht man die Rudelsburg und kann bei der Einkehr im Burgrestaurant die Kräfte auffrischen.
Bei Paddeltouren auf der Unstrut bietet sich ein Zwischenstopp in Freyburg/Unstrut an. Dort sollte man nach einem Bummel durch die sehenswerten Ausstellungen der romanischen Neuenburg den köstlichen Saale-Unstrut-Wein direkt beim Winzer probieren. Kanu, Kajaks und geführte Paddeltouren bietet Saale-Unstrut-Tours an der Kanustation Blütengrund in Naumburg an (Tel. 03445 – 20 20 51, www.saale-unstrut-tours.de). Geführte Schlauchboottouren auch für Nichtschwimmer, Behinderte, lebenslustige Ältere sowie Geburtstags- und Vereinsausflüge auf Saale, Unstrut und der Weißen Elster organisiert Berro-Tours in Bad Kösen (Tel. 03441 – 27 23 28, www.berrotours.de).
Die Region Anhalt-Wittenberg
streckt sich entlang der üppigen Auenwälder an Elbe, Mulde und Saale.
Sowohl der Wörlitzer Park als auch die Schlösser und Gärten in und um Dessau gehören zu den wichtigsten Zeugnissen der europäischen Gartenkunst. Von venezianischen Kanälen über englische Gärten, von niederländischen Barockbauten bis hin zum griechischen Labyrinth reichen die Vorbilder dieser Garten- und Parkanlagen. Auf dem Weg von Wörlitz (Ende des 18. Jahrhunderts Zentrum der Gartengestaltung) nach Dessau reihen sich kleinere, aber nicht weniger schöne Landschaftsgärten wie Perlen auf einer Schnur.
Wittenberg mit der 1502 gegründeten Universität wurde durch Martin Luther und Philipp Melanchthon Zentrum der Reformation. Die Grabstätte Luthers, sein Wohnzimmer in der Lutherhalle wie auch die Grabstätte und das Wohnhaus Melanchthons können besichtigt werden. Luthers Predigerkirche mit dem berühmten Lucas CranachAltar und die Schlosskirche mit der Lutherschen Thesentür stellen Höhepunkte eines Stadtbesuchs dar.
Weitere schöne Ausflugsziele sind Bernburg mit Renaissanceschloss und Köthen als Wirkungsstätte bedeutender historischer Persönlichkeiten, wie Johann Sebastian Bach. Die russische Zarin Katharina die Große wurde als Prinzessin Sophie Auguste Frederike von Anhalt-Zerbst geboren. Von Zerbst aus trat sie 1744 ihren Weg nach Russland an.
Die Natur hat sich in dieser Region zum Teil einmalige Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere bewahrt. Hier ist die Heimat des Elbebibers und auch der Storch findet ideale Lebensbedingungen vor. Zahlreiche Gebiete wurden unter Naturschutz gestellt, einzigartige Moorlandschaften sowie bevorzugte Brut- und Rastplätze von Kranichen und Wildgänsen. Im Biosphärenreservat Mittlere Elbe laden zahlreiche markierte Wanderwege zum Erforschen von Flora und Fauna ein. Östlich von Dessau, zwischen Oranienbaum und Bad Schmiedeberg, liegt der Naturpark Dübener Heide, dessen südlicher, kleinerer Teil zu Sachsen gehört. Auf Wanderwegen, hoch zu Ross oder bei einer Kremserfahrt kann man die ausgedehnten Kieferbestände, Eichen- und Buchenwälder zwischen Elbe und Mulde entdecken.
Kuren zwischen Harz und Heide
Im Herzen Deutschlands gelegen birgt Sachsenanhalt nicht nur eine kontrastreiche Kulisse für Naturfreunde und Kunstliebhaber. Über Jahrhunderte hinweg schätzten Gäste unserer Region - Hans Christian Andersen, Johann Wolfgang Goethe und Heinrich Heine waren wohl die bekanntesten unter ihnen - auch die heilende Kraft seiner Quellen und Salinen. Deutschlands ältestes Soleheilbad, Bad Salzelmen, steht am Anfang der langen Geschichte renommierter Kurbäder. Die Erkenntnis, dass Tradition allein nicht ausreicht, ist in Sachsenanhalts
Kurorten und Heilbädern in den letzten Jahren in beeindruckenderweise umgesetzt.
Über 150 Jahre Kurtradition hat das Heilbad Blankenburg. Eine nunmehr schon 150jährige Kurtradition findet in der Teufelsbad Fachklinik ihre würdige und sehr zeitgemäße Fortsetzung. Hier in einer der modernsten Rehabilitationskliniken Deutschlands fühlen sich die Patienten auf fast magische Weise therapiert und umsorgt. Die behagliche Atmosphäre und ein elegantes Ambiente gehören natürlich dazu. Angeboten werden allen interessierten Gästen Moorbäder, Kneipp-Kuren, Ambulante Kuren und Gesundheitsurlaube.
Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau
Fast auf den Tag genau 70 Jahre nach der Einweihung des Gropiusgebäudes in Dessau sind die Bauhausstätten in Dessau und Weimar im Dezember 1996 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen worden. In der offiziellen Begründung der UNESCO heißt es: "Das Bauhaus mit seinen Stätten in Weimar, Thüringen, und Dessau, Sachsenanhalt, steht für die so genannte Bauhaus-Schule der Architektur, die zwischen 1919 und 1933 revolutionäre Ideen der Baugestaltung und Stadtplanung durchsetzte. Die Bauten der Bauhaus-Professoren von Walter Gropius bis Hannes Meyer, Lazlo Moholy-Nagy bis Wassily Kandinsky begründeten den Bauhaus-Stil, der die Architektur des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt hat."
In Weimar nahm das Bauhaus 1919 seine Arbeit auf und veranstaltete 1923 seine erste Leistungsschau. Die "Hochschule für Architektur und Bauwesen" aus DDR-Zeiten hat sich zur "Bauhaus-Universität Weimar" gewandelt. Beispielhaft für die Weimarer Bauhaus-Architektur ist das "Haus am Horn", das nach einem Entwurf von Georg Muches 1923 als Musterhaus realisiert wurde.
In Dessau war die "Hochschule für Gestaltung" ein Pilgerort für die Crème der Avantgarde. Walter Gropius, Gründer, Organisator und Propagandist der Einrichtung, entwarf das Gebäude, das 1926 eingeweiht wurde. Das Dessauer Bauhaus zählt zu den Inkunabeln der Moderne. Von hier aus trat die neuzeitliche Gestaltung, die Idee der Moderne in Architektur und Design ihren Siegeszug an. Die "Meisterhäuser" in Dessau verkörpern den Bauhausstil: kubische Gestaltung, ökonomische Raumaufteilung und -erschließung, vertikale und horizontale Fensterbänder, außen weiß, innen nach den individuellen Vorgaben der "Meister" farbig. Die Einrichtung stammte aus den Werkstätten des Bauhauses. Sie waren zugleich Künstlerhäuser und Musterbauten.
Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung durch:
Landesmarketing Sachsen-Anhalt GmbH
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