Eintauchen in die Welt ohne Licht
Schon von jeher haben Höhlen den Menschen angezogen und fasziniert. Höhlen bieten Schutz vor den Unbilden des Wetters, vor Krieg und Verfolgung. Sie werden aus kultischen oder religiösen Gründen aufgesucht und sie dienen als Lager- und Kühlräume. Seit dem 18. Jahrhundert wurde dieser Nutzungsgedanke von einem zunehmenden Interesse an dem Phänomen Höhle aus naturkundlicher Sicht abgelöst.
Knochenfunde in Höhlen zeugen von einer frühen Besiedlung durch den Menschen oder dem Vorkommen prähistorischer Tiere. Unter der Zielsetzung, die Höhlensedimente auf solche Zeugnisse der Urzeit zu untersuchen, wurde 1889 der Schwäbische Höhlenverein gegründet. Er war damit einer der ersten Höhlenvereine weltweit. Neben diesen wissenschaftlichen Motiven, wurde zunehmend auch versucht, der Bevölkerung das Naturerlebnis Höhle näher zu bringen. Schon 1668 fanden in der Baumannshöhle im Harz Führungen statt. An der Wende zum 20. Jahrhundert kamen in allen deutschen Höhlengebieten neue Schauhöhlen hinzu.
Mehr als dunkel
Für viele Menschen ist der Begriff Höhle gleichbedeutend mit "Hohlraum unter der Erde". Doch im Gegensatz zu Bergwerken, Tunneln oder Kellern ist sie natürlich, ohne menschliches Zutun entstanden. Sie ist mindestens so groß, dass sich ein Mensch darin fortbewegen kann. Das bedeutet nicht, dass eine Höhle immer bequem begehbar sein muss. Oft genug ist eine Fortbewegung nur kriechend möglich. Höhlen können in allen Festgesteinen und im Eis entstehen.
Höhlen sind dort häufig, wo wasserlösliche Gesteine einen größeren Anteil an der Schichtenfolge haben. Solche Karstgebiete sind in Deutschland meist in den Mittelgebirgen und den Alpen anzutreffen und nehmen etwa 12 % der Gesamtfläche ein. Insgesamt konnten bislang etwa 11.000 Höhlen katastermäßig erfasst werden. In folgenden Gebieten kommen in Deutschland die meisten Höhlen vor:
- Sauerland, Eifel, Westerwald und Harz
- Harzsüdrand und Thüringer Becken
- Schwäbische und Fränkische Alb
- Nordrand der Mittelgebirge (z.B. Münsterländer Kreidebecken);
- Bayerische Alpen
Tropfstein- und Großhöhlen
Vor allem im Sauerland (Ennepetal, Hagen, Iserlohn, Hemer, Balve, Warstein, Brilon, Attendorn) und im Westerwald existieren große Höhlensysteme. Im Sauerland und Bergischen Land sind 35 Großhöhlen (Länge > 500 m) bekannt. Erwähnenswert ist der Tropfsteinreichtum der sauerländischen Höhlen.
Im Westerwald sind die Massenkalk-Höhlen bei Erdbach-Breitscheid von Bedeutung. Das Höhlenkatastergebiet Hessen umfaßt derzeit ca. 450 Höhlen; im Elbsandsteingebirge (Sachsen) befinden sich immerhin 420 Höhlen. Auch in der Eifel sind zahlreiche Höhlen bekannt.
Der Harz wird von Kalk-, Dolomit- und Gipsgesteinen aufgebaut, die vor etwa 250 Millionen Jahren abgelagert wurden. Diese durch Gips geprägte Karstlandschaft zählt zu den herausragendsten Naturlandschaften Europas mit einer schutzwürdigen Fauna und Flora. Hier kommen zahlreiche große Höhlen vor, von denen ein Teil als Schauhöhle ausgebaut ist. Bei Walkenried befindet sich in der Himmelreichhöhle einer der größten Höhlenräume Deutschlands (170 x 80 x 15 m).
Wasser- und Kulturhöhlen
Die "klassischen" deutschen Höhlengebiete sind die Schwäbische und die Fränkische Alb.
Die Schwäbische Alb beherbergt eine schier unermeßliche Fülle an Karstphänomenen. So verwundert es nicht, dass hier die meisten Schauhöhlen vorhanden und die meisten Höhlenvereine beheimatet sind. Mehrere wasserführende Höhlen sind bekannt und können zum Großteil nur von erfahrenen Höhlentauchern erkundet werden. Aber auch die zum Teil als Schauhöhlen ausgebaute Tropfsteinhöhlen sind erwähnenswert. Berühmt sind auch die Kulturhöhlen, in denen zahlreiche Spuren des frühen Menschen entdeckt wurden.
Die tiefsten und längsten Höhlen in Deutschland:
In Deutschland gibt es 30 Höhlen, die über 200 m tief sind und 82 Höhlen, die über 1.000 m lang sind. Spitzenreiter bei den längsten Höhlen ist die in Bayern gelegene Salzgrabenhöhle mit über 9.000 m Länge. Den ersten Platz bei den tiefsten Höhlen belegt die Höhle „Geburtstagschacht“ in Bayern mit fast 700 m Tiefe.
Eine Liste der längsten und tiefsten Höhlen finden Sie unter http://www.arge-grabenstetten.de
Einsteigen ins Abenteuer „Höhle“
51 Höhlen können in Deutschland von jedermann besichtigt werden. Diese Besucher- oder Schauhöhlen sind im Folgenden mit den wichtigsten Informationen nach Bundesländern geordnet aufgeführt. Die genauen Öffnungszeiten und Eintrittspreise erfragen Sie bitte bei den angefügten Adressen.
Wir bedanken uns für die freundliche Unterstützung durch:
http://www.dechenhoehle.de
http://www.arge-grabenstetten.de
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